- Compliance - Therapietreue in der alleinigen Verantwortung der Patienten?
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Compliance - Therapietreue in der alleinigen Verantwortung der Patienten?

Information als Schlüssel zur Erhöhung der Therapietreue

Wien, 12. November 2009 – Bevor ein Medikament im Körper des Patienten seine volle Wirkung entfalten kann, muss einiges gewährleistet sein: die Diagnose und Verschreibung durch den Arzt, das Einlösen des Rezeptes, die Abgabe des Medikamentes in der Apotheke und letztendlich die korrekte Einnahme durch den Patienten. Bei jeder dieser Aktivitäten können Fehler passieren, die den optimalen Nutzen, den ein Patient aus einer Therapie zieht, schmälern. Die mit Abstand größten Einbußen erfolgen bei der Einnahme des Medikamentes. Hier setzte die Diskussionsrunde „Gesundheit im Dialog“ zum Thema „Compliance - Therapietreue in der alleinigen Verantwortung der Patienten?“ am Donnerstag, 12. November 2009, im „Haus der Industrie“ an. Die von Bayer in Kooperation mit der Industriellenvereinigung durchgeführte Veranstaltung machte somit auf ein Thema aufmerksam, welches in der aktuellen Gesundheitspolitik bisher viel zu wenig Beachtung gefunden hat.

Alois Stöger, Bundesminister für Gesundheit, Mag. Heinrich Burggasser, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Artur Wechselberger, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, Prim. Prof. Mag. DDr. Reinhard Marek, Ärztlicher Direktor der WGKK, Maria Grander, Obfrau des Dachverbandes Selbsthilfegruppe Tirol, und Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig, diskutierten darüber, wie die Therapietreue in Österreich verbessert werden könnte.

Nach der Begrüßung durch Mag. Markus Beyrer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung erläuterte Dr. Martin Hagenlocher, Geschäftsführer der Firma Bayer Austria Ges.m.b.H., warum der Begriff „Compliance“ nicht mehr zeitgemäß sei: es handle sich hierbei ausschließlich um das konsequente Befolgen ärztlicher Ratschläge. „Heute wird von „Adherence“ gesprochen. Dieser Ausdruck bezeichnet die Einhaltung der gemeinsam von Patient und Arzt gesetzten Therapieziele“, erklärte Hagenlocher und führte aussagekräftige Fakten an: „In Österreich nehmen über 40 Prozent aller Patienten die verordneten Medikamente nicht vorschriftsmäßig ein. In anderen westlichen Ländern verhält es sich kaum anders. Laut WHO liegt die durchschnittliche Adherence-Rate von chronischen Kranken bei weniger als 50 Prozent. Eine kürzlich in den USA publizierte Studie ergab, dass bei der Folgebehandlung von Brustkrebspatientinnen die Non-Adherence Rate nach drei Jahren schon bei knapp 50 Prozent liegt.“

Um die Adherence-Rate zu erhöhen, müssen einige Voraussetzung erfüllt sein. „Die persönliche Beziehung zwischen Arzt und Patient und ein starkes Vertrauensverhältnis in dieser Beziehung sind ein noch immer unterschätzter Faktor, wenn es darum geht, gesund zu werden bzw. die eigene Gesundheit zu erhalten“, sagt hierzu Alois Stöger, Bundesminister für Gesundheit, und konkretisiert die dafür notwendige Basis: „Damit dies in der Praxis tatsächlich gelingt, brauchen wir möglichst mündige Patientinnen und Patienten ebenso wie eine qualitativ hochwertige Ausbildung der MedizinerInnen. Wir arbeiten im Gesundheitswesen täglich daran, hier auf allen Ebenen Fortschritte zu erzielen.“

Ähnlich sieht dies Dr. Artur Wechselberger, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer: „Diese auf eine partnerschaftliche Entscheidungsfindung im Sinne eines informed consent begründete Vertragsbeziehung, sollte Folgen, die aus einer Non-Compliance entstehen könnten, verhindern können.“

Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber weist in diesem Zusammenhang auf den hohen Stellenwert von Information hin. „Letztendlich entscheiden die Patienten, ob sie sich an vorgeschriebene Therapien halten oder nicht. Das liegt alleine in deren Verantwortung“, sagt er. „Alle Beschäftigten im Gesundheitswesen sind jedoch dafür verantwortlich, ob Patienten umfassend und verständlich über den Zweck und Nutzen ihrer Behandlungen aufgeklärt wurden. Patienten brauchen Information, um zu verstehen, wie wichtig Therapietreue für Behandlungserfolg, ihre Gesundheit sowie für die gesamte Volkswirtschaft ist.“

Um Information geht es auch Mag. Heinrich Burggasser, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer. „Die Apotheke ist ein Ort, an dem Patienten über die Wichtigkeit der Compliance aufgeklärt werden. Wir beraten unsere Kunden täglich über die richtige Einnahme von Arzneimitteln und unterstützen sie mit wertvollen Tipps in der Therapie. Um die Therapietreue zu erhöhen wollen wir in Zukunft noch gezielter auf die Betroffenen einwirken.“

Gerade bei chronisch kranken PatientInnen sei mangelhafte Therapietreue ein großes Problem, weist Prim. Prof. Mag. DDr. Reinhard Marek hin. „Durch mangelhafte Compliance entstehen neben den intangiblen auch direkte und indirekte Kosten, und zwar sowohl für die Sozialversicherung als auch für unterschiedliche Bereiche der Gesellschaft“, führt der Ärztliche Direktor der WGKK weiter aus. „Die Ursachen hierfür sind häufig darin gelegen, dass individuelle Voraussetzungen der Patienten nicht ausreichend berücksichtigt werden.“

Als Chance, die Compliance zu einer tatsächlichen „Adherence“ zu machen, sieht Maria Grander, Obfrau des Dachverbandes Selbsthilfe Tirol, den Erfahrungsaustausch innerhalb von Selbsthilfegruppen – sowohl unter den Teilnehmern selbst als auch im Dialog mit Ärzten, die zu Gruppentreffen eingeladen werden. „Selbsthilfegruppen-Teilnehmer entwickeln sich zu Experten in eigener Sache und tragen damit zu einer qualitativen Verbesserung des Gesundheits- und Sozialsystems bei“, sagt Grander.

Auch über die Folgen von Non-Adherence, die mit dem Wegwerfen von Arzneimitteln nicht gleichzusetzten ist, wurde gesprochen: Komplikationen im Krankheitsverlauf, Rückfälle und Bildung von Resistenzen sind nur einige der unangenehmen Folgen für Patienten. Darüber hinaus entstehen hohe Kosten für das Gesundheitssystem. Von welchen Summen die Rede ist, macht eine Analyse aus dem Jahr 2007 deutlich: in Deutschland werden die direkten und indirekten Kosten der Non-Adherence auf bis zu 10 Mrd. Euro jährlich geschätzt. Allerdings zeigen diese Zahlen auch deutlich, dass es hier ein hohes Einsparungspotential gibt. In schwierigen Zeiten wie diesen, in denen Worte wie „leere Kassen“, „Gesundheitsreform“ und „Krise“ beinahe täglich in den Schlagzeilen auftauchen, ist dies immerhin eine Chance, die genutzt werden will.

Fazit der Diskussionsrunde: Das „Um und Auf“ beim Thema „Adherence“ ist Information. Ein Patient der weiß, wieso er eine Therapie machen muss und wie sie durchgeführt wird, wird sich eher daran halten als einer, der noch offene Fragen zu seiner Behandlung hat oder der die Ziele der Behandlung mit der Zeit vergessen hat. In vielen Fällen ist es jedoch zu wenig, nur den Patienten zu informieren. Auch Angehörige sollten sich gut auskennen, um den Patienten unterstützen zu können. Insgesamt sollte die Gesundheitspolitik mehr Augenmerk auf das Thema „Adherence“ legen.

Bayer: Science For A Better Life

Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen und zur Verbesserung ihrer Lebensqualität beitragen. Gleichzeitig schafft Bayer Werte durch Innovation, Wachstum und eine hohe Ertragskraft. Der Konzern bekennt sich zu den Prinzipien des Sustainable Developments und zur Rolle eines sozial und ethisch verantwortlich handelnden „Corporate Citizen“. Ökonomie, Ökologie und soziales Engagement sind gleichrangige Ziele innerhalb der Unternehmenspolitik. Im Geschäftsjahr 2008 erzielte Bayer mit 108.600 Beschäftigten einen Umsatz von 32,9 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 2,0 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 2,7 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de und www.bayer.at.  

Ihre Ansprechpartnerin in Österreich
Dipl.-Journ. Carolin Schairer
Tel.: +43-1-711 46-2228
E-Mail: carolin.schairer@bayer.at  

Ihre Ansprechpartnerin bei der Industriellenvereinigung
Heidi Abentung
Tel.: +43-1-711 35-2306
E-Mail: a.abentung@iv-net.at
Website: www.iv-net.at  

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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