Hohe Fahrsicherheit durch extreme Bruchfestigkeit gepaart mit 3D-Formgebung
Leverkusen, Juni 2009 – Bei Forstarbeiten kommt es auf größtmögliche Sicherheit an. Fahrer von Forstmaschinen müssen durch bruchsichere Scheiben vor herab fallenden Ästen geschützt sein. Aber auch eine gute Rundumsicht leistet einen Beitrag zu ihrer Sicherheit. John Deere, ein weltweit führender Hersteller von Forstmaschinen, hat beide Anforderungen in den Fahrerkabinen seiner „E-Modelle“, einer neuen Reihe von Fahrzeugen zur Holzernte, mit Polycarbonat-Verscheibungslösungen von Bayer MaterialScience umgesetzt.
Die Kabinen der so genannten Harvester und Rückezüge sind mit jeweils fünf großen Scheiben ausgestattet, die aus massiven Polycarbonat-Platten des Typs Makrolon® GP 099 von der Bayer Sheet Europe GmbH bestehen. Während der Werkstoff in der Automobilverscheibung wegen seiner Formgebungsfreiheiten und seines Potenzials zur Gewichtsreduktion und Funktionsintegration Verwendung findet, gaben im Falle der Kabinenscheiben die extrem hohen Anforderungen an die Fahrersicherheit den Ausschlag für das Polycarbonat. Außerdem sollten die Scheiben nicht wie bei früheren Kabinen flach, sondern aus Designgründen und für eine bessere Rundumsicht gewölbt sein.
„Wegen dieser Vorgaben an Design und Sicherheit suchten wir einen Polycarbonat-Hersteller mit großer Expertise in der Fahrzeugverscheibung. Dabei fiel die Wahl auf Bayer MaterialScience, weil das Unternehmen über die gesamte Prozesskette der Scheibenherstellung hinweg ein umfangreiches Know-how besitzt – so etwa bei der Konstruktion, beim Thermoformen, der Kratzfestbeschichtung und Verklebung“, erläutert Sven Künstler, Project Manager E-Cab im Werk Bruchsal von John Deere. Diese umfangreiche Expertise auf dem Gebiet der Fahrzeugverscheibung mit Polycarbonat ist bei Bayer MaterialScience unter der Kompetenzmarke BayVision® gebündelt.
Dank ihrer hohen Schlagzähigkeit und Festigkeit verhindern die zwölf Millimeter dicken, massiven Polycarbonat-Scheiben, dass herabfallende Gegenstände wie zum Beispiel dicke Äste, Steine oder gerissene Drahtseile von Seilwinden in die Kabine eindringen und den Fahrer verletzen. Sie werden dabei Anforderungen gerecht, die zu den schärfsten im Insassenschutz von Fahrzeugen zählen. So bestehen sie beispielsweise problemlos den in der Norm ISO 8083 definierten FOPS-Test (falling-object protective structures), bei dem ein zylindrischer, länglicher Stahlkörper mit einer Aufprallenergie von 5.800 oder 11.600 Joule auf die Scheiben fällt, je nachdem, ob sie horizontal oder vertikal im Fahrzeug verbaut werden.
Auch der in der Norm ISO 8084 beschriebene OPS-Test (operator protective structures), der die statische Belastbarkeit der Scheiben mit einer Kraft von 17.800 Newton prüft, wird bestanden. Im Gegensatz zu Glas und Verbundglas splittern und brechen die Polycarbonat-Scheiben im Belastungsfall nicht. Dies hat neben einem Optimum an Sicherheit auch eine lange Lebensdauer der Scheiben und damit seltenere Arbeitsunterbrechungen im Falle ihres Austauschs zur Folge.
Glasklare Transparenz für eine optimale Sicht
Die Kabine der „E-Modelle“ ist frei drehbar und ermöglicht dem Fahrer eine 360-Grad-Rundumsicht auf seine Arbeitsumgebung, ohne dass er Kopf oder Sitz drehen muss. Zur guten Sicht tragen auch die großen Polycarbonat-Scheiben bei. So ist etwa die Frontscheibe 1576 Millimeter lang und bis zu 1128 Millimeter breit. Trotz ihres Durchmessers haben die Scheiben eine exzellente optische Qualität.
„Unsere Aufgabe bestand darin, die Platten so zu extrudieren, dass keine Einschlüsse und Schlieren entstehen, die die Sicht des Fahrers stören und seine Augen ermüden. Daher musste auch die Verzerrung der Platten auf Werte von maximal 0,06 Dioptrien minimiert werden“, erklärt Thorsten Jung, Segment Manager Industry & Communication bei Bayer Sheet Europe.
Die Platten werden von der KRD Sicherheitstechnik GmbH verformt, beschichtet, getrimmt und an den Rändern mit einem Klebstoff-Primer versehen. „Die Verformung der ungewöhnlich dicken und großen Platten war eine besondere Herausforderung. Wir haben dafür ein spezielles Thermoform-Verfahren aus unserem Hause weiterentwickelt und konnten so eine hohe, mit Autoglas vergleichbare optische Qualität der Platten sicherstellen und gleichzeitig ein sicheres Handling der Scheiben auch bei großen Stückzahlen erreichen“, so Corinna Brammer, Geschäftsführerin des Geesthachter Unternehmens. Beschichtet sind die Scheiben mit einem Hard Coat auf Basis des Polysiloxan-Decklackes Momentive AS 4000 von der Leverkusener Momentive Performance Materials GmbH. Er verleiht den Scheiben eine Kratz- und Witterungsbeständigkeit, die an Glas heranreicht.
BayVision® – Service nach Maß für die Fahrzeugverscheibung
Bayer MaterialScience beobachtet bei verschiedensten Nutzfahrzeugen einen Trend zu Polycarbonat-Verscheibungen mit 3D-Styling. Das Unternehmen bietet OEMs und Systemlieferanten ein umfassendes Know-how-, Leistungs- und Servicepaket an, das alle Stufen der Umsetzung solcher Verscheibungsteile abdeckt – von der Werkstoffauswahl über das 3D-Design und die Werkzeugauslegung bis hin zur Abmusterung von Großwerkzeugen. Diese Leistungen sind Teil der Kompetenzmarke BayVision®, unter der das Unternehmen seine komplette Expertise bei der Fahrzeugverscheibung mit Polycarbonat gebündelt hat. Dazu gehören auch Polycarbonate der Marke Makrolon®, die in Fahrerkabinen von Forstmaschinen der neuen E-Serie von John Deere eingesetzt werden.
Über Bayer MaterialScience
Mit einem Umsatz von 9,7 Milliarden Euro im Jahr 2008 gehört Bayer MaterialScience zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Elektro-/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und Freizeitartikelindustrie. Bayer MaterialScience produziert an 30 Standorten rund um den Globus und beschäftigte Ende 2008 rund 15.100 Mitarbeiter. Bayer MaterialScience ist ein Unternehmen des Bayer-Konzerns.
Mehr Informationen finden Sie unter www.bayermaterialscience.de und www.johndeere.com/forestryrevolution.
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Helene Einramhof-Florian
Tel.: +43-1-711 46-2221
E-Mail: helene.einramhof-florian@bayer.at
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