Bayer unterstützt WHO und Stop TB Partnership im Kampf gegen Tuberkulose
Berlin, 15. August 2011 - Bayer HealthCare Pharmaceuticals hat sich bereit erklärt, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Stop Tuberculosis (TB) Partnership im Kampf gegen multiresistente Tuberkulose (MDR-TB) zu unterstützen, indem Bayer die WHO mit 620.000 Tabletten des Antibiotikums Moxifloxacin beliefert. Die WHO wird die Antibiotika dem nationalen TB-Programm Chinas durch die zur Stop TB Partnership gehörende Global Drug Facility bereit stellen.
"Wir haben uns dafür entschieden, Moxifloxacin zur kurzfristigen Unterstützung von behandlungsbedürftigen Patienten zur Verfügung zu stellen," sagte Dr. Jörg Reinhardt, Vorstandsvorsitzender der Bayer HealthCare AG. "Wir sind der Anfrage der WHO gerne nachgekommen. Wir sind überzeugt davon, dass dies der richtige Schritt ist, um den steigenden medizinischen Bedarf von Patienten zu adressieren, die an dieser Krankheit leiden und für die nur begrenzte orale Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen."
"Wir sind Bayer für die Bereitstellung von Moxifloxacin in China sehr dankbar. Dieses Medikament könnte das Leiden von Patienten mit MDR-TB lindern und viele Todesfälle verhindern," sagte Dr. Lucica Ditiu, Geschäftsführerin der Stop TB Partnership.
Moxifloxacin ist ein Breitbandantibiotikum, das für die Behandlung einer Reihe von akuten bakteriellen Infektionen, wie z.B. Atemwegsinfektionen, zugelassen ist. Bayer HealthCare weist darauf hin, dass Moxifloxacin zurzeit für die Behandlung von TB, darunter MDR-TB, nicht zugelassen ist. Die WHO hat jedoch Moxifloxacin in die Behandlungsgruppe 3 ihrer Richtlinien aufgenommen als Teil einer Zweitlinienbehandlung bei Patienten mit bestätigter MDR-TB auf Grundlage seiner nachgewiesenen Wirksamkeit gegen Mycobacterium tuberculosis (MtB). Durch die Zusammenarbeit mit der WHO und der Stop TB Partnership wird Moxifloxacin in China streng kontrolliert und unter enger Überwachung durch das Green Light Committee abgegeben.
Zusammen mit der international operierenden Organisation Global TB Alliance arbeitet Bayer an der Entwicklung von Moxifloxacin als Therapie für eine medikamentensensitive Lungentuberkulose. Ziel der laufenden Studien ist es, zu zeigen, dass der Einsatz von Moxifloxacin die Behandlungsdauer für medikamentensensitive TB von sechs auf vier Monate reduzieren könnte. Bayer HealthCare beabsichtigt, die Zulassung für Moxifloxacin zur Behandlung von Lungentuberkulose zu beantragen, sobald die klinischen Studien abgeschlossen sind.
Durch die Unterstützung der WHO spricht Bayer allerdings keine generelle Empfehlung für die Anwendung von Moxifloxacin außerhalb der zugelassenen Indikationen aus, also auch nicht für die Behandlung von MDR-TB. Moxifloxacin darf nicht außerhalb der MDR-TB-Behandlungsprogramme, die durch das Green Light Committee autorisiert und überwacht werden sowie unter der Verantwortung von WHO/Stop TB Partnership in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden Chinas stehen, für die Behandlung von MDR-TB angewendet werden. Die Vereinbarung mit der WHO enthält auch Anforderungen für eine strenge Arzneimittelüberwachung, um die Behandlung von Patienten in dieser nicht zugelassenen Indikation auf ethisch und medizinisch angemessene Weise sicherzustellen.
Über TB und MDR-TB
TB führt weltweit jährlich zu mehr als neun Millionen Erkrankungen und fast zwei Millionen Todesfällen. MDR-TB ist eine besonders gefährliche Form von TB, die durch Bakterien verursacht werden, die gegen Isoniazid und Rifampicin resistent sind. Dies sind zwei der effektivsten Medikamente in der Behandlung von TB.
MDR-TB entsteht durch Faktoren wie z.B. unregelmäßige Einnahme seitens der Patienten, zu kurze Behandlungszyklen durch unzureichende Verschreibungen von Ärzten oder eine unzureichende Medikamentenversorgung bzw. Qualitätsmängel der vorhandenen Medikamente. MDR-TB kann aus einer primären Infektion mit resistenten Bakterien entstehen oder sich aus der ineffektiven Therapie einer behandlungssensitiven TB entwickeln. Sie kann auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. MDR-TB spricht auf die sechsmonatige Standardbehandlung mit Erstlinien-TB-Medikamenten nicht an und die Heilungsdauer kann zwei Jahre oder länger betragen. Laut der WHO sind ca. 440.000 Menschen von MDR-TB betroffen, rund 150.000 Menschen starben 2008 an der Erkrankung. MDR-TB tritt fast überall auf der Welt auf, besonders aber in Asien. Es wird geschätzt, dass die Hälfte aller MDR-TB-Fälle in China und Indien auftreten.
Über Bayer HealthCare
Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Mit einem Umsatz von 16,913 Milliarden Euro (2010) gehört Bayer HealthCare, ein Teilkonzern der Bayer AG, zu den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten. Das Unternehmen mit Sitz in Leverkusen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health, Consumer Care, Medical Care sowie Pharmaceuticals. Ziel von Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu verbessern. Bei Bayer HealthCare arbeiten weltweit 55.700 (Stand: 31.12.2010) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern. Mehr Informationen finden Sie unter http://www.bayerhealthcare.com.
Über die Stop TB Partnership
Die Stop TB Partnership hat das Ziel, die Erkrankungszahlen von Menschen mit TB weltweit zu reduzieren und so die Erkrankung zurückzudrängen. Die Stop TB Partnership umfasst mehr als 1600 Organisationen, die sich alle im Kampf gegen eine Krankheit engagieren, die zwar heilbar ist, aber an der dennoch jede Minute drei Menschen sterben. Die Partner bilden eine kollektive Initiative, die der TB den Kampf in mehr als 100 Ländern angesagt hat. Unter den Organisationen befinden sich die WHO - die das Sekretariat stellt und auch ein bedeutender Partner ist -, Regierungsprogramme, technische Partner, Forschungs- und Förderorganisationen, Nichtregierungsorganisationen, zivilgesellschaftliche und Gemeindegruppen sowie Vertreter des privaten Sektors. Der "Global Plan Stop TB 2011-2015" hat ein gemeinsames Ziel festgesetzt: Die Halbierung der TB-Todesfälle durch die Erhöhung der Anzahl der getesteten und behandelten Menschen sowie die Entwicklung neuer Diagnosemethoden, Impfstoffe und Arzneimittel.
Über die Global Drug Facility
Die Global Drug Facility (GDF) ist eine Initiative zur Verbesserung des Zugangs zu qualitativ hochwertigen Tuberkulose-Arzneimitteln für die Umsetzung des sog. DOTS, einer TB-Kontrollstrategie. Die GDF befindet sich im WHO-Hauptsitz in Genf und wird von einem kleinen Team des Sekretariats der Stop TB Partnership geleitet.
Über das Green Light Committee
Das Green Light Committee (GLC), eine gemeinsame Initiative der WHO und der Stop TB Partnership, unterstützt Länder darin, Zugang zu qualitativ hochwertigen Zweitlinien-TB-Medikamenten zu erlangen, damit sie Patienten mit MDR-TB gemäß der WHO-Richtlinien, den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Ländererfahrungen behandeln können.
Mehr Informationen finden Sie unter http://www.bayerpharma.com.
Ansprechperson:
Helene Einramhof-Florian
Tel.: +43-1-71146-2221
E-Mail: helene.einramhof-florian@bayer.com
Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite http://www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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