Pressedialog zur Empfängnisverhütung:

Bayer HealthCare diskutiert die Wahrnehmung von Nutzen und Risiken moderner Kontrazeptiva

  • Internationale Opinion Leader im Dialog über die Frage, wie gewährleistet werden kann, dass die Gesellschaft adäquat informiert wird.
  • Das Wissen über Nutzen und potentielle Risiken moderner Kontrazeptiva ist für eine selbstbestimmte Familienplanung von allergrößter Bedeutung.
  • DDr. Christian Fiala: „Geschätzte 30.000 Abtreibungen jährlich in Österreich“

München, 9. April 2014 – Bayer HealthCare hat internationale Experten eingeladen, um Möglichkeiten zu diskutieren, wie das Wissen über Nutzen und mögliche Risiken moderner Empfängnisverhütung weiter verbessert werden kann. Dieses Thema war jüngst Inhalt kontroverser Medienberichte und europaweiter regulatorischer Maßnahmen. Dieser Pressedialog ist Teil einer Veranstaltungsreihe, die ein Kommunikationsforum für wichtige gesellschaftliche Themen im Zusammenhang mit medizinischer Forschung und Innovation schaffen möchte und von Bayer HealthCare unterstützt wird.

 

Heute bieten unterschiedliche Verhütungsmethoden individuelle, an die Bedürfnisse und verschiedenen Lebenssituationen der Frauen, angepasste Lösungen. Während einerseits klar ist, dass für die Familienplanung und Prävention unerwünschter Schwangerschaften die moderne Empfängnisverhütung die primäre Methode ist, führen periodisch wiederkehrende Diskussionen über das Nutzen-Risiko-Profil kombinierter hormoneller Kontrazeptiva unter medizinischen Fachleuten wie auch in der Öffentlichkeit zur Verunsicherung bei Frauen hinsichtlich der Wahl der für sie persönlich am besten geeigneten Methode.

 

Für viele Frauen sind die behandelnden Gynäkologinnen und Gynäkologen eine der Hauptinformationsquellen für die Familienplanung. „Um eine bewusste Entscheidung für eine Verhütungsmethode zu treffen, müssen Frauen den Grad der Zuverlässigkeit, die Gesundheitsrisiken, mögliche Nebenwirkungen und medizinische Vorteile in Erwägung ziehen, um diese Informationen in Relation zu ihren individuellen Bedürfnissen und Prioritäten setzen zu können“, erläuterte Professor Johannes Bitzer, ehemaliger Chefarzt der Gynäkologie des Universitätsspitals Basel (Schweiz) und Präsident der Europäischen Gesellschaft für Empfängnisverhütung und Reproduktive Gesundheit. „Es ist unsere Pflicht, der Öffentlichkeit Informationen zur Verfügung zu stellen und das medizinische Fachpersonal zu schulen, damit sie qualifiziert sind und die kontrazeptive Versorgung kontinuierlich verbessern, um die sexuelle und reproduktive Gesundheit der Frau zu fördern und zu unterstützen.“

 

„Gesundheitsbehörden spielen eine wichtige Rolle dabei, die Sicherheit von Patientinnen und Patienten zu gewährleisten“, sagte André W. Broekmans MD PhD, ehemaliger Executive Director des Medicines Evaluation Board in den Niederlanden. „Sie erfassen und bewerten auch nach der Marktzulassung die Sicherheit medizinischer Produkte und informieren Ärztinnen und Ärzte, Patientinnen und Patienten sowie Anwenderinnen und Anwender über wichtige Änderungen von Produktinformationen.“

 

DDr. Christian Fiala, Facharzt für Geburtshilfe und Gynäkologie in Wien und Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung äußerte seine Bedenken über einen modernen Mythos: den zunehmenden Wunsch nach einer sogenannten ‚natürlichen‘ Verhütung und der Vermeidung ‚künstlicher‘ Methoden. „Der Wunsch nach ‚natürlichen Methoden‘ hält Frauen davon ab, eine zuverlässige Verhütung anzuwenden und setzt sie so dem Risiko unerwünschter Schwangerschaften aus“, bemerkte Fiala. „Notwendig ist eine veränderte Wahrnehmung, die an erste Stelle das individuelle Bedürfnis nach einem zuverlässigen Schutz stellt, anstatt einer Ideologie zu folgen, die auf der Fiktion einer natürlichen Verhütung beruht.“

 

Nach Aussage von Gali Weinreb, Korrespondent im Bereich „Life Sciences and Healthcare“ bei Globes, einer israelischen Tages- und Wirtschaftszeitung, erhält die Öffentlichkeit ihr allgemeines Gesundheitswissen aus den Medien, traut aber den Medien paradoxerweise nicht zu, unvoreingenommene und korrekte Inhalte zu vermitteln. „Gesundheitsinformationen sind generell statistischer Natur und dazu bestimmt, die Grundlage von Entscheidungen zu bilden, die Risiken enthalten. Leser sind jedoch mit dem Versuch, statistische Daten und Risikosituationen zu verarbeiten - insbesondere in dem kognitiv ausgerichteten Umfeld, in dem solche Nachrichten normalerweise präsentiert sind, überfordert “, betonte Weinreb.

 

Bevor Verhütungsmethoden den behandelnden Ärzten und potenziellen Anwenderinnen zur Verfügung gestellt werden, führen Pharmaunternehmen umfangreiche Prüfungen in klinischen Studien durch. Im Anschluss an die Produkteinführung finden Nachbeobachtungen mit medizinischen Postmarketing-Bewertungen statt. „Die kombinierten oralen Kontrazeptiva zum Beispiel gehören heute zu den am systematischsten untersuchten und am häufigsten verwendeten Arzneimitteln“, erklärte Dr. Michael Devoy, Mitglied des Bayer HealthCare Executive Committee und Chief Medical Officer bei Bayer HealthCare. „Das zunehmende Wissen über Nutzen sowie mögliche Risiken moderner Kontrazeptiva ermöglicht es Frauen, bewusste Entscheidungen zu treffen.“

 

Verhütung in Österreich
Eine ausführliche Information über die Verhütung der Österreicherinnen und Österreicher bietet der repräsentative Österreichische Verhütungsreport 1) vom Wiener Gynmed Ambulatorium. Dabei bestätigten sich die zwei wesentlichen Probleme, welche aus den Befragungen von Frauen vor einem Abbruch bekannt sind: viele Paare verhüten gar nicht und diejenigen, die verhüten, wenden häufig wenig wirksame Methoden an. Das folgende Diagramm zeigt eine Übersicht zu den Verhütungsmethoden, die vor einer ungewollten Schwangerschaft verwendet wurden. 37 Prozent der ÖsterreicherInnen verhüteten nicht. 35 Prozent vertrauten auf das Kondom, 15 Prozent auf die Pille.

 

 

Bei Verhütung gilt es generell zu berücksichtigen, dass die theoretische Methodensicherheit („fehlerfreie Anwendung“) sich von der Anwendung im realen Leben („praktische Anwendung“) unterscheiden kann, da oft Anwendungsfehler auftreten. Eklatant ist dieser Unterschied zum Beispiel beim Kondom. Hier beträgt der theoretische Pearl Index 2 Schwangerschaften pro 100 Frauen, während es in der Praxis 15 sind. Bei Pille und Ring liegt der theoretische Pearl Index bei 0,3, der praktische hingegen bei 8. Bei der Hormonspirale zum Beispiel sind die beiden Werte deckungsgleich, weil bei dieser Methode keine Fehler in der Anwendung gemacht werden können. 2) 3)

 

Ungewollte Schwangerschaften sind in Österreich noch immer häufig.
Obwohl dieses Thema sehr tabuisiert ist, berichten 15 Prozent der 16 - 49-jährigen Frauen eine ungewollte Schwangerschaft, wobei die Wahrscheinlichkeit mit dem Alter zunimmt. Etwas mehr als die Hälfte der Betroffenen hat sich in dieser Situation für einen Abbruch entschieden. Dies und andere Daten deuten darauf hin, dass etwa ein Viertel bis die Hälfte aller Frauen in Österreich einmal in ihrem Leben einen Schwangerschaftsabbruch hat. „Wir sprechen von etwa 30.000 Abtreibungen jährlich in Österreich, womit wir unter den Ländern mit der höchsten Rate sind“, betont der Experte DDr. Fiala. Im Jahr 2012 verzeichnete die Statistik Austria 78.952 Geburten. 4)

 

Über den internationalen Pressedialog von Bayer HealthCare
Das Ziel der Bayer HealthCare-Pressedialoge ist es, den persönlichen Dialog zwischen Expertinnen und Experten weltweit zu fördern. Im Zentrum der Diskussionen stehen wichtige gesellschaftliche Themen im Zusammenhang mit der medizinischen Forschung und Gesundheitsfragen. Die Dialog-Reihe wendet sich an internationale Fachleute aus Patientengruppen, medizinischen Organisationen, Politiker und Pressevertreter.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://www.bayerpharma.com/en/press/in-dialogue/overview/index.php

 

Über Bayer HealthCare
Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Agrarwirtschaft und hochwertige Materialien. Mit einem Umsatz von rund 18,9 Mrd. Euro (2013) gehört Bayer HealthCare, ein Teilkonzern der Bayer AG, zu den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten. Das Unternehmen mit Sitz in Leverkusen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health, Consumer Care, Medical Care sowie Pharmaceuticals. Ziel von Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu verbessern. Bei Bayer HealthCare arbeiten weltweit 56.000 (Stand: 31.12.2013) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern.

 

Mehr Informationen unter www.bayerhealthcare.at

 

Quellen und Anmerkungen:
1) Österreichischer Verhütungsreport 2012, Eine repräsentative Umfrage von Integral-Meinungsforschung im Auftrag des Gynmed Ambulatoriums (www.verhuetungsreport.at)
2) www.contraceptivetechnology.org/wp-content/uploads/2013/09/CTFailureTable.pdf
3) Die hier angegebenen Pearl Index-Werte wurden dem Österreichischen Verhütungsreport 2012 entnommen und können von den Werten in den Fachinformationen mancher Produkte abweichen und auch höher sein.
4) Statistik Austria: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/bevoelkerung/geburten/022899.html (April 2014)

 

 

Ansprechpartnerin:
Mag. (FH) Stephanie Suchentrunk
Tel.: +43/1/71146-2228
E-Mail: stephanie.suchentrunk@bayer.com

 

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.