Gesundheit im Dialog: „Health Literacy – Fördert unser Gesundheitssystem Gesundheitskompetenz?“

IV-Ausschussvorsitzender KommR Schmid-Schmidsfelden: Nachhaltiges Gesundheitssystem braucht Stärkung im Präventionsbereich – Bayer Austria Geschäftsführer Hagenlocher: Die Stärkung des Wissens um die eigene Gesundheit ist essentiell

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Wien, 11. November 2016 -  „Gesundheits- kompetenz ist ein maßgeblicher Schlüssel, um die Performance unseres Gesundheitssystems zu verbessern“, so KommR Veit Schmid-Schmidsfelden, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit und Soziales der Industriellenvereinigung (IV), im Rahmen der Diskussionsveranstaltung „Gesundheit im Dialog“, die am 10. November 2016 bereits zum neunten Mal in Kooperation mit Bayer Austria stattfand. Dieses Jahr wurde am Podium unter dem Titel „Health Literacy – Fördert unser Gesundheitssystem Gesundheitskompetenz?“ das derzeit breit diskutierte Themenfeld der Gesundheitskompetenz umfassend erörtert.

 

Gesundheitskompetenz wichtiger Baustein für Nachhaltigkeit des Gesundheitssystems
„Österreich hat einen hohen Mitteleinsatz im Gesundheitswesen. 2015 wurden pro Kopf 5.015,6 US-Dollar aufgewendet, die Ergebnisse sind jedoch unterdurchschnittlich,“ erläuterte Schmid-Schmidsfelden. Die Erwartung an gesunden Lebensjahren sei sowohl für Männer als auch für Frauen unter dem Schnitt der EU28 gelegen. „Männer und Frauen verbringen demnach in Österreich etwa vier Jahre weniger in guter Gesundheit als der Rest der EU – und das bei hohen Kosten. Es ist also klar, dass Handlungsbedarf gegeben ist“ so der IV-Ausschussvorsitzende.

 

Gesundheitskompetenz bedingt ein Zusammenspiel aller relevanten Player im Gesundheitswesen
„Mehr als 40% der Österreicherinnen und Österreicher nehmen ein verordnetes Arzneimittel aus Angst vor Nebenwirkungen nicht, rund 25% hören mit der Einnahme aufgrund eines kritischen Medienberichtes auf.1 Diese Zahlen sind beunruhigend“, so Dr. Martin Hagenlocher, Geschäftsführer Bayer Austria. Faktenbasierte Entscheidungen und die Stärkung des Wissens um gesundheitliche Themen seien wichtige Pfeiler der Gesundheitskompetenz. „Patientinnen und Patienten müssen (medikamentöse) Therapien verstehen, um diese richtig anzuwenden. Gleichzeitig muss ein Augenmerk auf der Prävention liegen, denn viele Erkrankungen sind vom Lebensstil beeinflusst. Dies kann nur durch ein Zusammenspiel aller am Gesundheitssystem Beteiligten gelingen“, erläutert Hagenlocher.

 

Verstärkung von bundesweiten Anstrengungen zur Förderung der Gesundheitskompetenz notwendig
„Österreich sollte sich stärker im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention engagieren, dazu gehört es auch, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung und des Gesundheitssystems zu fördern“, hoben Hagenlocher und Schmid-Schmidsfelden hervor. Investitionen in diesen Bereichen würden sich doppelt rechnen, „da sie später Kosten im Gesundheitssystem sparen und die Lebensqualität des Einzelnen erhöhen“. Um hier eine bessere Wirkung zu entfalten, sollten bundesweit verstärkt systematische Anreizmodelle zum Einsatz kommen, damit unabhängig vom Wohnort ein gleich gutes Angebot vorhanden sei. „Eine wichtige Rolle dabei kann auch die gezielte Lenkung der Behandlung hin zum „best point of service“ einnehmen, damit die Beratung und Behandlung in jener Einrichtung und von jenem Spezialisten ausgeführt wird, wo das am Effektivsten und am Effizientesten möglich ist. Dazu bedarf es insbesondere eines schlüssigen Systems von aufeinander abgestimmten Lenkungsmechanismen“ wie Hagenlocher und Schmid-Schmidsfelden abschließend gemeinsam betonten.

 

Quellen:
1 Bayer Austria-Umfrage zu Nutzen und Risiken von Arzneimitteln. Gallup, April 2016.

 

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