Stellungnahme zu GLOBAL 2000-Presseaussendungen vom 11. + 16. Juni 2015

 

  • Produkte mit dem Wirkstoff Thiacloprid sind bei sachgerechter Anwendung sicher für Bienen
  • Irreführende Behauptungen durch Global 2000 zur Bienensicherheit des Wirkstoffes Thiacloprid

 

Wien, 18. Juni 2015 - In ihrer Presseaussendung vom 11. Juni 2015 behauptet Global 2000, dass der Wirkstoff Thiacloprid durch Kombination mit anderen Pflanzenschutzmitteln für Bienenschäden verantwortlich ist.

 

Thiacloprid ist ein wichtiger Wirkstoff zur Bekämpfung von Schädlingen und leistet damit in vielen landwirtschaftlichen Kulturen einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Ernten. Eine gemeinsame Ausbringung von Thiacloprid-haltigen Produkten mit Fungiziden wird grundsätzlich nur dann empfohlen, wenn sie vorher auf Bienensicherheit getestet wurde. Daher kann es bei einer sachgemäßen Anwendung zu keiner Schädigung von Bienen kommen. Wirkstoffspuren aus unterschiedlichen Pollenquellen stellen dabei ebenfalls kein Gefahrenpotential dar. Die möglicherweise durch Bienen in den Stock eingetragenen Wirkstoffmengen liegen normalerweise weit unterhalb der Effektschwelle der einzelnen Wirkstoffe ebenso wie der Mischungen.

 

Die Bienensicherheit der empfohlenen Mischungen wurde in zahlreichen Studien untersucht. Bayer hat bereits vor mehr als 10 Jahren Forschungsarbeiten zu diesem Thema durchgeführt, die Ergebnisse publiziert und alle Beratungsempfehlungen darauf ausgerichtet.(1)

 

Pflanzenschutzmittel durchlaufen im Rahmen des Entwicklungs- und Zulassungs-verfahrens, das rund 200 Millionen Euro kostet, umfangreiche ökotoxikologische Prüfverfahren, bevor sie zugelassen werden. Dazu zählen auch zahlreiche Tests an Bienen. Insbesondere die Neonicotinoide wurden und werden sehr gründlich und intensiv getestet, vom einfachen Labortest bis hin zur mehrjährigen Feldstudie unter realistischen Bedingungen.

 

In keiner Studie mit realistischen Expositionsszenarien wurden bei verantwortungsvoller und sachgerechter Anwendung jemals Schadeffekte auf Bienenvölker beobachtet. Ebenso wenig wurde in einem der zahlreichen Monitoringprojekte eine räumliche oder zeitliche Korrelation zwischen dem Einsatz von Neonicotinoiden und einer erhöhten Sterblichkeit von Bienenvölkern gefunden.

 

Außerdem behauptet Global 2000 in einer Pressemeldung vom 16. Juni 2015, dass Pfützenwasser auf den Feldern Bienen gefährden solle und führt zudem aus „Honigbienen sammeln Wasser - bei entsprechender Witterung bis zu einem halben Liter pro Biene und Tag für einen Bienenstock.“

 

Richtig ist vielmehr: Selbst in einem leeren Bienenstock ohne Bienen hätte diese Wassermasse nicht Platz. Wirft man einen Blick in einen Bienenstock, so sieht man, dass es mit Bienen sehr eng wird. Tatsächlich benötigt ein mittleres Wirtschaftsvolk an heißen und damit eher Pfützen-armen Tagen und starkem Bruttrieb nur etwa einen Viertelliter Wasser (200 – 250 ml). Dieses Wasser wird zum Großteil auch nicht zum Durst stillen verwendet, sondern zur Regulierung der Stocktemperatur, die auf ca. 34,5 Grad gehalten werden muss. Bienen stillen ihren Durst überwiegend bei der Energiezufuhr durch Nektar, der einen sehr hohen Wassergehalt aufweist. Lediglich das Bienenbrot wird mit Wasser verdünnt.

 

Die gute imkerliche Praxis sieht allerdings vor, dass am Bienenstock Bienentränken aufgestellt werden. In diesen wird das Wasser regelmäßig gewechselt. Denn eine wassersammelnde Biene hat einen maximalen Flugradius von 150 Metern.

 

Bei genauer Betrachtung sind die gemessenen Werte so gering, dass sie selbst bei unrealistischer Dauerexposition auf Einzelbienen keine Schadeffekte haben. Dass bestimmte Wirkstoffe nach der Anwendung auf den Feldern nachweisbar sind, sollte wohl wenig verwundern. Sie werden ja eingesetzt, um Kulturpflanzen vor Schädlingen, Krankheiten oder Unkrautkonkurrenz zu schützen.

 

Weitere Informationen:
https://beecare.bayer.com/de/home
http://igpflanzenschutz.at/presse/mitteilungen.html

 

Quelle:
(1) Schmuck R., Stadler T., Schmidt H-W (2003): Field relevance of a synergistic effect observed in the laboratory between an EBI fungicide and a chloronicotinyl insecticide in the honeybee; Germany and Argentina. Pest Management Science 59: 279 - 286.

 

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